Super-diversity von Steven Vertovec

Aus Soziologie der Entwicklung und der Internationalisierung
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Steven Vertovec

Steven Vertovec (*2. Juli 1957 Chicago, Illinois, USA) ist Sozialanthropologe und seit 2007 Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Sein Hauptaufgabengebiet liegt im Bereich der soziokulturellen Vielfalt. Das Max-Planck-Institut führt umfangreiche empirische Studien durch und entwickelt theoretische Konzepte, die das Verständnis für grundlegende Fragen menschlichen Zusammenlebens erweitern sollen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Grundlagenforschung, wobei in ausgewählten Fällen sogar auch Politikberatung angeboten wird. Steven Vertovec ist zudem Honorarprofessor für Soziologie und Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Zuvor studierte er Ethnologie und Religionswissenschaften an der University of Colorado und der University of California und promovierte 1988 im Bereich Sozialanthropologie an der Universität Oxford, wo er bis 2007 Professor für Transnationale Anthropologie war. Darüber hinaus war Steven Vertovec Direktor des Centre on Migration, Policy and Society, abgekürzt COMPAS, des British Economic and Social Research Council. Das COMPAS analysiert die Bedeutung von Migration auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene und zielt darauf ab, die Auswirkungen und Dynamiken der Migration zu verstehen ebenso wie die Faktoren, die die Migrationsbewegungen von Menschen sowie ihren Sinn für Identität und Ort beeinflussen. Vor seiner Zeit in Göttingen war Vertovec außerdem Co-Direktor am Institute for International Migration (IMI) sowie Senior Research Fellow am Lincare College in Oxford. Darüber hinaus war er als Berater und Experte für zahlreiche namenhafte Institutionen tätig. Dazu gehören unter anderem das Cabinet Office, das Home Office, das National Audit Office, das Department of Communities and Local Government und das Department for International Development der britischen Regierung sowie das British Council. Jahrelang hat Steven Vertovec die britische Regierung in Fragen der Einwanderungspolitik beraten. Die Expertise des Sozialanthropologen wurde aber nicht nur in Großbritannien herangezogen. Auch dem Sachverständigenrat der deutschen Stiftungen für Integration und Migration stand Vertovec zur Seite und war zudem in Institutionen der supranationalen Ebene beratend aktiv, dazu gehören die Europäische Kommission, die G8, die UNESCO und die Weltbank. Zu Steven Vertovecs Forschungsinteressen zählen Globalisierung, die internationale Migration, transnationale soziale Gruppierungen, ethnische und religiöse Diaspora sowie Formen urbaner gesellschaftlicher Vielfalt und Phänomene von Kosmopolitismus und Multikulturalismus (vgl. Römhild/Vertovec 2009). Neben seiner Tätigkeit am Max-Planck-Institut und an der Universität Göttingen ist Vertovec auch Mitherausgeber der Zeitschrift Global Networks und Herausgeber der Palgrave Buchreihe Global Diversities. Er ist außerdem Autor von Hindu Trinidad (1992), The Hindu Diaspora (2000), Transnationalism (2008) und Super-diversity (2014) sowie Herausgeber bzw. Mitherausgeber von über 30 Büchern . Wesentliche Bedeutung erlangte Steven Vertovec mit seinem Konzept der super-diversity, das im deutschen Sprachgebrauch mit „Supervielfalt“ übersetzt werden kann. Der Begriff „super-diversity“ fand 2007 Eingang in den Diskurs und soll folglich genauer dargestellt werden.

Super-diversity

Das Konzept der super-diversity beschreibt den Wandel der internationalen Migration und der Bevölkerungsstruktur der Zuwanderungsländer seit den 1980er-Jahren und steht für einen neuen Pluralismus in der Einwanderungsgesellschaft (vgl. Fenzel 2013: 22ff.). Es wurde 2007 von Steven Vertovec in der Zeitschrift Ethnic and Racial Studies eingeführt und hat seitdem beachtliche Aufmerksamkeit erhalten. Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Vertovecs Artikel zum meist zitierten in der Geschichte der Zeitschrift geworden ist (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 541). Das Konzept der super-diversity wurde von Wissenschaftlern aus unterschiedlichsten Disziplinen und Forschungsfeldern gelesen und interpretiert. So ist es nicht nur im Bereich der Soziologie, der Anthropologie, der Politikwissenschaften und der Migrationsforschung sowie in den Ethnischen Studien zum Gegenstand der Betrachtung geworden, sondern wurde auch in den Sprach- und Literaturwissenschaften, den Medienwissenschaften und den Bildungswissenschaften rezipiert und fand auch unter Historikern und Rechtswissenschaftlern sowie im Bereich Management, Betriebswirtschaftslehre, Gesundheitswesen, Soziale Arbeit und Stadtplanung große Aufmerksamkeit (vgl. Vertovec 2013). Steven Vertovec entwickelte das Konzept der super-diversity empirisch am Beispiel der Stadt London, in der Menschen aus über 179 Nationen leben und die somit die Idee „world in one city“ (Vertovec 2007: 1024) verkörpert. In seinem Artikel zeigt Vertovec anhand einer Vielzahl von Daten, die die Entwicklungen der Migrationsmuster in London nachzeichnen, das Hervortreten von super-diversity. Zugleich betont er, dass das Auftreten der untersuchten Variablen, Dimensionen und Dynamiken auch in anderen Teilen von Großbritannien zu beobachten ist (vgl. ebd.: 1026). Großbritannien und insbesondere London zeichnen sich – so stellt Vertovec fest – gegenwärtig durch super-diversity aus (vgl. Vertovec 2007: 1024). Mittlerweile wurde das Konzept auch an andere Städte herangetragen um soziale, kulturelle und sprachliche Dynamiken beispielsweise in Brüssel, Venedig oder New York zu beschreiben (vgl. Vertovec 2013).

Eingang in die Debatte

Den Hintergrund für die Einführung des Konzepts der super-diversity in die Debatte bieten mehrdimensionale Verschiebungen in den Migrationsmustern (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 541). Seit dem Zweiten Weltkrieg bis in die 80er-Jahre verlief die globale Migration nach einem einfachen Muster. Sie zeichnete sich hinsichtlich der in den Migrationsprozess involvierten Länder, hinsichtlich der Herkunft der Einwanderer und hinsichtlich ihres rechtlichen und sozialen Status vor allem durch Homogenität aus. Es handelte sich um große, homogene Gruppen von Menschen, die von einem ganz bestimmten Land in ein ganz bestimmtes anderes Land immigrierten. Fast alle Migranten aus der Türkei kamen nach Deutschland, die Pakistaner hingegen gingen nach Großbritannien, die Algerier nach Frankreich und Mexikaner wanderten in die USA ein (vgl. Chantzi 2009; Kusch/Beckmann 2009). Oft handelte es sich um ganze Berufsgruppen, um Familienverbünde, um Gruppen aus Landstrichen und Dörfern und um von Bürgerkrieg und Naturkatastrophen Betroffene (vgl. Kolland 2015). Die meisten der Zuwanderer kamen als Reaktion auf „(…) spezielle(n) Anwerbemaßnahmen oder andere(n) Programme(n) der gesteuerten Einwanderung zur Anwerbung gering qualifizierter oder angelernter Arbeitskräfte (…)“ (Vertovec 2012). Als Beispiel kann hier die Dominanz der sogenannten „Gastarbeitermigration“ in Deutschland herangezogen werden, die zwischen dem Mauerbau 1961 und dem Anwerbestopp im Jahr 1973 stattgefunden hat (vgl. Nieswand 2010: 1f.). In Großbritannien hingegen spielte die großräumige Einwanderung der afrikanisch-karibischen Bevölkerung und von Menschen aus Südasien zwischen den 1950er und 1970er- Jahren eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Einwanderung des Landes. Bei diesen Gruppen handelte es sich hauptsächlich um Zuströme aus ehemaligen britischen Kolonien und Ländern des Commonwealth (vgl. Vertovec 2007: 1027). Die homogenen Einwanderungsgruppen entwickelten sich – nicht nur in Großbritannien und in Deutschland – „zu großen, zunehmend gut organisierten und etablierten Gemeinschaften“ (Vertovec 2012) und leiteten Veränderungen im Bereich der Politik und der öffentlichen Ordnung sowie im Diversity Management ein, die als Multikulturalismus bezeichnet wurden (vgl. Vertovec 2007: 1027). Es entstanden „explizite und implizite multikulturelle Strukturen“ (Vertovec 2012) sowie politische Strategien und Maßnahmen, die auf eben diese Einwanderungsgruppen ausgerichtet waren (vgl. ebd.). Die Zuwanderung der Nachkriegszeit hat insofern den öffentlichen Diskurs und das öffentliche Verständnis von Migration und Multikulturalismus maßgeblich beeinflusst (vgl. Vertovec 2007: 1027).

Seit den 90er-Jahren haben sich die Migrationsströme im Zuge der Globalisierung und europäischen Integration sowie den zunehmenden Individualisierungstendenzen allerdings verändert (vgl. Kurtenbach 2013: 14; Vertovec 2007: 1028). Die Zahl der Migranten hat weltweit zugenommen und es „(…) bewegen sich nun mehr Menschen von mehr Orten über mehr Orte zu mehr Orten“ (Vertovec 2012). Die Einwanderer kommen aus unterschiedlichen Ländern und verteilen sich quer durch Europa und fast über die ganze Welt (vgl. Kusch/Beckmann 2009, Chantzi 2009). Außerdem findet Migration heute – im Unterschied zu den großen Einwanderungsgruppen der 50er bis 70er Jahre – in kleineren Gruppen statt. Diese sind zudem kurzlebiger, weniger organisiert, gesellschaftlich stärker geschichtet und rechtlich differenzierter als die Einwanderungsgruppen der ehemaligen Migrationsströme (vgl. Vertovec 2012). Darüber hinaus sind sie vollkommen inhomogen (vgl. Kusch/Beckmann 2009). Betrachtet man die Migration seit den 90er-Jahren, hat sich nicht nur das Spektrum an Herkunftsländern ausgeweitet, sondern auch die Migrationskanäle sind bereiter geworden. So kommen viele der Einwanderer über einen klassischen Arbeitsvertrag, andere kommen als Studierende, Ehepartner oder Familienangehörige, wieder andere kommen als Asylbewerber und Flüchtlinge. Diese unterschiedlichen Migrationskanäle ziehen wiederum einen unterschiedlichen rechtlichen Status nach sich (vgl. Chantzi 2009; Vertovec 2007: 1036f.). Die Einwanderer unterscheiden sich jedoch auch in vielen anderen Aspekten voneinander, dazu zählen das Alter, das schulische und berufliche Qualifikationsniveau, Sprachkenntnisse, religiöse Orientierungen, die Aufenthaltsdauer sowie die Art und Weise in der sie Beziehungen in ihr Herkunftsland halten und pflegen - letzteres wird unter dem Begriff der Transnationalisierung diskutiert (vgl. Nieswand 2010: 2; Pries 2010). All diese Faktoren beeinflussen sowohl die Erfahrungen als auch die Einstellungen und Lebenschancen der Migranten, verlaufen aber – und dies wird von Vertovec in besonderer Weise hervorgehoben – quer zu der Einteilung von Zuwanderern nach ihren Herkunftsländern (vgl. Nieswand 2010: 2). So können auch innerhalb von Gruppen gleicher ethnischer oder nationaler Herkunft stark abweichende Status auftreten (vgl. Vertovec 2007: 1039). Vertovec weist darauf hin, dass die Art der Einwanderung nach Großbritannien in den späten 90ern – die im Diskurs auch als „the new migration“ (Vertovec 2007: 1028) bezeichnet wird – eine „transformative diversification of diversity“ (ebd.: 1025) mit sich brachte. Dabei handelt es sich um eine „komplexe mehrdimensionale Diversifizierung bereits existierender Formen sozialer und kultureller Vielfalt“ (Nieswand 2010: 2). Eben diese ist es, die im Konzept der super-diversity zusammenfasst wird. Super-diversity fungiert daher, auf Vorschlag Vertovecs, als ein zusammenfassender Begriff (vgl. Vertovec 2007: 1026). Er beschreibt „Diversität auf allen sozialen Ebenen – vor allem aber auch innerhalb der einzelnen Gruppen (…)“ (Fenzel 2013: 22). Trotz der beobachteten Diversifizierung der Zuwanderungsströme, die die soziale Landschaft in Großbritannien aber auch an anderen Orten drastisch umgewandelt haben, stellt Vertovec in seinem 2007 erschienenen Artikel kritisch fest, dass die neuen Einwanderungsgruppen bisher kaum Aufmerksamkeit in der öffentlichen Agenda erhalten haben. Diese beziehe sich weiterhin auf Muster früherer Migration. Nach Meinung des Anthropologen sei es daher an der Zeit, den Charakter heutiger Diversität – sowohl in der Sozialpolitik als auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung – neu zu bewerten. Dazu gehöre, dass sich politische Ansätze, die sich mit Vielfalt auseinandersetzten sollen – und somit auch der Multikulturalismus – einer Prüfung unterzogen werden, um der neuen Komplexität von Diversität gerecht zu werden (vgl. Vertovec 2007: 1027f.; Vertovec 2012).

Entstehung von Superdiversität und konzeptionelle Betrachtung

Es ist bereits angedeutet worden, dass das Konzept der super-diversity vielfach rezipiert wurde. Allerdings merkt Steven Vertovec selbst an, dass es dabei Gegenstand „of some interesting (and some downright weird) interpretations and usages“ (Vertovec 2013) war. Häufig wurde der Begriff nur im Sinne von „mehr Ethnien“ verwendet, anstatt in seiner ursprünglichen, vollständigen Absicht (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 541). Es erscheint an dieser Stelle daher notwendig, einen genaueren Blick auf Steven Vertovecs Konzept und die Entstehung von Superdiversität zu werfen. Der Begriff „super-diversity“ zielt darauf ab, die veränderte Natur der globalen Migration zu erfassen und zu erklären, die zu einer Diversifizierung von Diversität geführt hat. Dabei geht es Steven Vertovec verstärkt darum, aufzuzeigen, dass die „neue“ Migration, nicht nur mehr Ethnien, Sprachen und Herkunftsländer mit sich bringt, sondern vor allem:


((Zitat|(…) a multiplication of significant variables that affect where, how and with whom people live. In the last decade the proliferation and mutually conditioning effects of a range of new and changing migration variables shows that it is not enough to see ‘diversity’ only in terms of ethnicity, as is regularly the case both in social science and the wider public sphere. In order to understand and more fully address the complex nature of contemporary, migration-driven diversity, additional variables need to be better recognized by social scientists, policy-makers, practitioners and the public. These include: differential legal statuses and their concomitant conditions, divergent labour market experiences, discrete configurations of gender and age, patterns of spatial distribution, and mixed local area responses by service providers and residents. The dynamic interaction of these variables is what is meant by the notion ‘super-diversity’. (Vertovec 2013).))


Für Vertovec ist super-diversity – den er als deskriptiven Begriff verwendet – insofern ein Mittel, um Einschränkungen zu überwinden, die durch einen zu starken Fokus auf die ethnische Zugehörigkeit von Migranten entstehen. Vielmehr weist der Sozialanthropologe auf die bedeutenden, neuen Verbindungen und Wechselwirkungen von Variablen hin, deren Folgen das bisherige Verständnis von Vielfalt, welches im öffentlichen Diskurs, in politischen Debatten sowie in der wissenschaftlichen Literatur vorzufinden ist, übertreffen (vgl. Vertovec 2007: 1025). Dieses Übertreffen bisheriger Vorstellungen von Vielfalt manifestiert sich allein in dem Begriff „super-diversity“. Nach Vertovec ist „super“ keineswegs im Sinne von „mächtig“ oder „gewaltig“ zu verstehen, sondern meint „über etwas hinausgehen“. Damit möchte Vertovec eine Gesellschaft beschreiben, die durch zahlreiche und verschiedenste Parameter geprägt ist, die sich bisherigen Vorstellungen entziehen (vgl. Chantzi 2009). Das Konzept der super-diversity unterstreicht insofern ein Komplexitätsniveau und einen Komplexitätstypus, der all das übertrifft, was viele der Empfängerländer je zuvor erlebt haben (vgl. Vertovec 2007: 1024; Vertovec 2012). Diese Komplexität, dieser neue Pluralismus in der Einwanderungsgesellschaft, resultiert aus einem dynamischen Zusammenspiel von Variablen, die selbst ebenso komplex sind. Zu diesen Variablen zählt:

  1. eine zunehmende Vielfalt von Herkunftsländern: Diese Variable involviert nicht nur die Tatsache, dass mehr Menschen aus einer größeren Zahl von Ländern und in kleineren Gruppen kommen, sondern beinhaltet auch, dass jede dieser Einwanderungsgruppen intern weiter differenziert ist. Menschen derselben Einwanderungsgruppe können unterschiedliche ethnische Zugehörigkeiten aufweisen, unterschiedliche Sprachen sprechen, unterschiedliche religiöse Traditionen haben, sich durch unterschiedliche regionale und lokale Identität auszeichnen und unterschiedlichen kulturellen Werten und Praktiken folgen. Weiterhin ist es durchaus möglich, dass eben diese Merkmale, die Mitglieder derselben Einwanderungsgruppe voneinander unterscheiden, zugleich Gemeinsamkeiten mit ansässigen Deutschen oder mit Einwanderer anderer Nationalitäten darstellen (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 38; Vertovec 2012).
  2. eine zunehmende Vielfalt von Migrationspfaden: Zu dieser von Vertovec identifizierten Variable gehören die unterschiedlichen Wege der Arbeitsmigration, des Asyls und der Flucht aber auch die Anerkennung von Kontingentflüchtlingen und Spätaussiedlern sowie Wege der Familienzusammenführung. Auch die Bildungsmigration, weitere spezifische Formen der Mobilität wie Transit- und Pendelmigration sowie die irreguläre Einwanderung gehören zu den unterschiedlichen Migrationspfaden. Zudem lässt sich feststellen, dass diese unterschiedlichen Migrationswege oft an spezifischen Arbeitsmarktnischen ausgerichtet und daher auch stark geschlechtsspezifisch sind. Beispielsweise folgt auf eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich der Kinder- und Altenbetreuung eine zunehmende Zahl von regulären und irregulären Migrantinnen in diesem Arbeitsbereich. Außerdem folgen Migrationspfade in geographischer Hinsicht oft sozialen und familiären Netzwerken. Hierbei spielen Sockelgesellschaften und bestehende Beziehungen der Arbeitsmigration eine Rolle (vgl. ebd.).
  3. eine zunehmende Vielfalt im Rechtsstatus und der sozialen Lagen: Der Rechtsstatus ist eine weitere wichtige Variable, die häufig aus dem Migrationsweg resultiert. Sowohl nationale Gesetze als auch europäische Maßnahmen haben zu einem breiten Spektrum sehr unterschiedlicher Rechtslagen geführt. Dazu zählen legale, langfristig gesicherte Aufenthaltsberechtigungen genauso wie „illegale“ rechtlich völlig ungesicherte Aufenthalte. Mit dem Rechtsstatus ist eine Vielzahl weiterer Kriterien verbunden, die sowohl die Aufenthaltsdauer beeinflussen als auch zu Berechtigungen oder Einschränkungen im Hinblick auf die Nutzung öffentlicher Dienstleistungsangebote und sozialer Unterstützung führen. Die zunehmende Verschiedenheit von Rechtslagen führt zu sozialer Ungleichheit und zu großen sozialen Gegensätzen nicht nur innerhalb der Einwanderungs- und Stadtgesellschaft, sondern auch innerhalb der Einwanderungsgruppen, die dieselbe Herkunftsnationalität aufweisen. Die soziale Lage vieler Migranten wird zudem durch das Humankapital bestimmt, dazu zählt insbesondere der Bildungsstand, die beruflichen Qualifikationen und die damit verbundenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ferner kann die Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und familiären, sozialen Netzwerken vor Ort, die soziale Lage von Migranten positiv beeinflussen (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 38; Vertovec 2012).

Insgesamt können diese zentralen Variablen in Kombination mit weiteren Faktoren Integrationsergebnisse beeinflussen. Letztlich spielen dabei auch die bereits thematisierten Reaktionen der Leistungsträger, örtlichen Behörden und der vor Ort ansässigen Bevölkerung eine wichtige Rolle. An dieser Stelle hebt Vertovec kritisch hervor, dass das Handeln häufig nach früheren Erfahrungen mit ethnischen Minderheiten und Migranten ausgerichtet wird (vgl. Vertovec 2012). Obwohl Vertovec einräumt, dass die Vielfalt in London, im Hinblick auf Herkunftsländer und Ethnien außergewöhnlich ist, distanziert er sich deutlich davon, sich auf diese zwei Kategorien zu fokussieren: „(…) observing ethnicity or country of origin (…) provides a misleading, one-dimensional appreciation of contemporary diversity“ (Vertovec 2007: 1025). So sei es gerade ein Hauptmerkmal der Superdiversität, dass auch innerhalb von Gruppen gleicher nationaler oder ethnischer Herkunft und sogar innerhalb einer Familie unterschiedliche Aufenthaltsstatus auftreten (vgl. Vertovec 2007: 1039). Eine Fokussierung auf Herkunftsland und Ethnie würde Differenzen verdecken, die von wesentlicher Bedeutung sind. Unterschiedliche Formen des Aufenthaltsstatus gewähren andere Rechte und beeinflussen nicht nur den Zugang zum Arbeitsmarkt, sondern auch maßgeblich die Integration der Einwanderer und ihre Eingliederung in das rechtsstaatliche und politische System (vgl. Chantzi 2009). Diese Tatsachen bestätigen laut Vertovec das Argument, dass eine Herangehensweise, die sich auf die ethnische Zugehörigkeit konzentriert, irreführend, verkürzend und somit nicht ausreichend ist und eine ungeeignete Grundlage bietet, wenn es darum geht, sich mit den Bedürfnissen einzelner Immigranten auseinanderzusetzen und mögliche Probleme der Integration zu verstehen (vgl. Vertovec 2012; West 2014a: 104). Zugleich weist der Sozialanthropologe darauf hin, dass es jedoch nicht richtig sei, die Kategorie der Ethnie ganz außer Acht zu lassen. Schließlich seien die ethnische Identität, die Verbindungen zum Herkunftsland sowie bestimmte kulturelle Traditionen bedeutende Faktoren für die Identität. Mit seinem Konzept der super-diversity möchte Vertovec jedoch verdeutlichen, dass die Ethnizität nur eine unter vielen möglichen Variablen ist und nicht mehr als absolutes Kriterium für die Kategorisierung von Einwandern gelten kann (vgl. Chantzi 2009). Die migrationsbedingte Diversität lässt sich heute nur noch mit einem Variablenset charakterisieren, welches die Unterschiedlichkeit der bereits genannten Variablen und Faktoren berücksichtigt (West 2014a: 104). Vertovec distanziert sich somit von einem eindimensionalen Ansatz:


((Zitat|(…) what I would say is the original meaning of the concept, as a changed set of conditions and social configurations [Hervorh. im Original] which call for a multi-dimensional approach to understanding contemporary process of change and their outcomes. (Vertovec 2013)))


Einen solchen multi-dimensionalen Ansatz stellt das Konzept der super-diversity dar. Es fordert Ansätze und Modelle heraus, die sich auf ethnische Zugehörigkeit und Herkunft fokussieren (vgl. Padilla/Azevedo/Olmos-Alcaraz 2015: 622). So wird der Multikulturalismus, dessen oberste Ziel die Förderung von Toleranz und Respekt für kollektive Identität ist, von Vertovec als nicht mehr zeitgemäß und ausreichend bewertet (vgl. Kusch/Beckmann 2009; Vertovec 2007: 1027). Dieser könne die Komplexität nicht mehr erfassen, da er sich auf eine Gesellschaft beziehe, „(…) wie sie vor etwa dreißig oder vierzig Jahren aus den Migrationsprozessen der Nachkriegszeit hervorgegangen war“ (Chantzi 2009). Politische Ansätze und Modelle, die in der Tradition des Multikulturalismus stehen, sollten nach Meinung Vertovecs einer Neuformulierung unterzogen werden, da man für die seit den 90er-Jahren zu beobachtende viel komplexere Form der Migration neue Konzepte benötige (vgl. West 2014a: 104). Der Ursprung der Idee der Ausweitung von Beobachtungskategorien, die sich in Steven Vertovecs Konzept der super-diversity wiederfindet, wird von einigen Autoren im Ansatz der Intersektionalität gesehen, der Ende der 80-er Jahre von der Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw eingeführt wurde. Der Begriff „intersectionality“ ist damals im Zuge ihrer Auseinandersetzung mit den spezifischen Erfahrungen der Diskriminierung und Benachteiligung von schwarzen Frauen am Arbeitsmarkt entstanden, die auf eine „Kreuzung von mehreren strukturgebenden Machtdimensionen wie Geschlecht und race“ (West 2014a: 100, Hervorh. im Original) zurückzuführen waren. Der Ansatz hat vor allem in den Gender Studies große Aufmerksamkeit erhalten, wurde aber auch von anderen Disziplinen angenommen (vgl. West 2014a: 100). So stellen Van der Hoogte und Kingma fest: „The intersectional approach makes it possible to recognise and tackle very specific problems, without the risk of stigmatising or homogenising specific groups” (Van der Hoogte/ Kingma 2004: 47f.). Es handelt sich um einen Ansatz, der die Interaktion und „(…) Wirksamkeit unterschiedlicher sozialer Kategorien bei der gesellschaftlichen Positionierung von Individuen und Gruppen in den Blick nimmt“ (Knüttel/Seeliger 2011: 19). Dies verdeutlicht die Nähe zu Steven Vertoves Konzept. Super-diversity und Intersectionality stellen somit zwar unterschiedliche Ansätze dar, sind aber zugleich stark miteinander verbunden. Beide untersuchen die Interaktionen und Verhältnisse verschiedener Variablen und zielen darauf ab, Komplexität zu erforschen.

Bedeutung und Herausforderungen für Politik und Forschung

Mit der Einführung des Konzepts der super-diversity möchte Steven Vertovec drei miteinander verbundene Aspekte hervorheben. Der erste Aspekt ist deskriptiv, super-diversity fungiert als beschreibender Begriff: „Super-diversity is a term coined to portray changing population configurations particularly arising from global migration flows over the past thirty-odd years” (Meissner/Vertovec 2015: 542). Die migrationsbedingte Diversität habe zwar laut Vertovec keine besonderen Probleme oder Konflikte mit sich gebracht, stelle aber Politik und Forschung vor einige Herausforderungen (vgl. Vertovec 2007: 1024ff.). Neben dem diskriptiven Aspekt der super-diversity, beinhaltet der Begriff insofern noch zwei weitere Aspekte: einen methodischen und eine praktischen bzw. politisch-orientierten (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 542f.).

Vertovec konstatiert, dass bei der Erforschung von Einwanderern im urbanen Feld, veraltete Methoden und Theorien eingesetzt werden, die Anfang und Mitte des 20. Jahrhunderts im Rahmen der Chicagoer Schule entwickelt wurden. Diese Methoden und Theorien richten ihren Fokus auf nationale und ethnische Gruppen, ihren Migrations-, Integrations- bzw. Assimilationsprozess, Entwicklungen der Gemeinschaftsbildung sowie später auch Muster der Transnationalisierung (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 542; Vertovec 2012,). Vertovec stellt daher kritisch fest, dass die sozialwissenschaftliche Erforschung urbaner Diversität große Theorie- und Forschungsdefizite aufzeigt. Dies liege, wie bereits thematisiert, auch an der Orientierung an der Theorie des Multikulturalismus, die die Sichtweise verfolgt, dass „(…) die Gesellschaft sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammensetzt, die nebeneinander leben und sich gemäß ihren eigenen Prinzipien entwickeln“ (Vertovec 2012). Weiterhin richten sich die wenigen Untersuchungen zu interethnischen und interkulturellen Beziehungen in den meisten Fällen lediglich auf das Verhältnis und die Beziehungen zwischen Minderheit und Mehrheitsgesellschaft (vgl. ebd.). Der methodische Aspekt des Konzepts der super-diversity unterstreicht daher die Notwendigkeit, bisherige Theorien und Methoden zu modifizieren und mit einem neuen Werkzeug auszustatten, um sich über die „ethno-Linse“ der meisten Ansätze innerhalb der konventionellen Migrationsstudien hinauszubewegen (vgl. Meissner/Vertovec 2015: 542). Dabei ist es wichtig, dass die Forschung die Kategorien der Analyse an die Komplexität der gesellschaftlichen Realität anpasst und sich nicht nur auf Migration und ihre Folgen beschränkt, sondern auch weiteren Zusammenhängen nachgeht, in denen kulturelle und soziale Unterschiede produziert und reproduziert werden. Eine solche Vorgehensweise treibt die Migrationsforschung dabei sozusagen über sich selbst hinaus und entwickelt sie zu einer Diversitätsforschung (vgl. Nieswand 2010: 3). Der super-diversity-Ansatz in der Forschung bietet somit das Potenzial für neue Einblicke und ein differenzierteres Verständnis für Strukturen von Ungleichheit und Segregation, für die Entwicklung von Vorurteilen, für neue Formen von Kosmopolitismus und Kreolisierung sowie für Transnationalisierung und Integration (Vertovec 2007: 1045f.).

Der dritte Aspekt der super-diversity ist ein praktischer bzw. politisch-orientierter:


((Zitat|Super-diversity highlights the need for policymakers and public service practitioners to recognize new conditions created by the concurrent characteristics of global migration and population change. (Meissner/Vertovec 2015: 543)))


Die Vervielfältigung der Vielfalt stellt nicht nur die Forschung, sondern auch die Politik und die öffentlichen Dienstleistungsträger vor neue Herausforderungen. Lange Zeit waren es die Kommunalbehörden gewohnt, mit einer eher begrenzten Zahl großer und zudem gut organisierter Verbände zusammenzuarbeiten. Nun hat sich die Situation verändert: Gesellschaftliche Akteure sehen sich mit einer viel größeren Zahl von Einwanderungsgruppen konfrontiert, die kleiner und zudem weniger gut organisiert sind. Dies führt dazu, dass die Zusammenarbeit mit Organisationen ethnischer Minderheiten und mit kleineren Vereinigungen und Verbänden, die vor allem auf lokaler Ebene wichtige Foren zum Austausch von Erfahrungen und Bedürfnissen bildeten und über Jahrzehnte ein „Rückgrat des britischen Multikulturalismusmodells“ (Vertovec 2012) darstellten, an Effektivität verliert. Die kleineren Vereinigungen sie sind zwar weiterhin wichtig für den Inklusionsprozess, aber gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen Dimensionen von super-diversity nicht mehr in der Lage, auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zuwanderer einzugehen, sie angemessen zu repräsentieren und ihre Interessen adäquat zu vertreten (vgl. ebd.).

Die Zunahme der Migrationsströme und vor allem die interne Komplexität der Einwanderergruppen führen außerdem zu Konsequenzen für die öffentlichen Leistungsangebote. Die kommunalen Behörden befürchten, dass das Gesundheitswesen, die Schulen und Verkehrsnetze den neuen Anforderungen nicht gerecht werden können. Diese Befürchtungen deuten an, dass strategische Verschiebungen in unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen notwendig sein werden (vgl. Vertovec 2012). Die Diversität hat sowohl Konsequenzen für die sozialen Interaktionen als auch für das Selbstverständnis und die innere Integration von Gesellschaften (vgl. Schönwälder/Petermann/Vertovec 2010: 1). Daher stehen politische Entscheidungsträger auch vor der Herausforderung, den Integrationsbegriff neu zu diskutieren und bisherige Integrationskonzepte umzugestalten (West 2014a: 100). Sie sind mit der Aufgabe konfrontiert, ihre Strategien und Maßnahmen an die veränderten gesellschaftlichen Umstände anzupassen, um effektiv agieren zu können (vgl. Vertovec 2012). Es ist Vertovecs großes Anliegen, mit seinem Konzept sowohl der Öffentlichkeit als auch Politikern und insbesondere Akteuren der Migrationspolitik die Augen zu öffnen für die neue Komplexität und Vielfalt (vgl. Kusch/Beckmann 2009). Er möchte sie dafür sensibilisieren, die große Bandbreite von sozialen Variablen zu berücksichtigen, wenn sie sich mit Einwanderung in der heutigen Zeit auseinandersetzen (vgl. Chantzi 2009). Der Anthropologe kritisiert, dass man sich bis heute an Politiken und Zielen orientiere, die in den 60er-Jahren entwickelt wurden und nicht mehr zeitgemäß seien (vgl. Vertovec 2007: 1027). Dies gelte insbesondere für Handlungsfelder der Migrationspolitik, die sich weiterhin an der Theorie des Multikulturalismus orientieren und somit auf eine Gesellschaft abzielen, wie sie in den 70er und 80er-Jahre bestand. Das Konzept der super-diversity soll Politkern daher als Arbeitskonzept bei der Gestaltung der Einwanderungspolitik dienen. Es soll helfen, den Fokus auf weitere wichtige Variablen zu richten. Als Beispiel nennt Vertovec den Aufenthaltsstatus, dem seiner Meinung nach eine wichtige Rolle in der Integrationspolitik zukommt und der daher unbedingt berücksichtig werden müsse. Zugleich möchte der Anthropologe mit seinem Konzept auch die Bedeutung von Vernetzungspraktiken hervorheben. Als Beispiel nennt er Nachbarschaftsprojekte, die Kontaktmöglichkeiten und Netzwerke zwischen Bürgern unterschiedlicher Herkunft erweitern. Nach Ansicht Vertovecs würden solche Ansätze stärker zur Förderung von Integration beitragen als Programme und Maßnahmen, die um die Kategorien „Herkunftsland“ und „Ethnie“ erarbeitet werden. Ohne sich mit Konzepten wie super-diversity auseinanderzusetzen und die gesellschaftlichen Gegebenheiten realistisch einzuschätzen, sei – so Vertovec – eine erfolgreiche Migrationspolitik nicht möglich (vgl. Chantzi 2009). Hinter seinen Argumentationen steht somit die Forderung, super-diversity als analytisches Konzept heranzuziehen. Es soll politischen Entscheidungsträgern, gesellschaftlichen Akteuren sowie der Wissenschaft und Forschung als Instrumentarium dienen, mit dem sie die migrationsbedingte neue Diversität besser bewerten und verstehen können und dadurch in der Lage sind, sie in einem „post-multikulturalistischen Sinn“ (West 2014a: 104) zu gestalten.

Super-diversity in Frankfurt

Dass das Konzept der super-diversity als Instrumentarium herangezogen werden kann, zeigt die Stadt Frankfurt am Main. Im Jahr 2009 hat der Magistrat der Stadt den Entwurf eines Integrations- und Diversitätskonzepts vorgelegt, der stark vom Konzept der super-diversity geprägt ist. „Vielfalt bewegt Frankfurt“ lautet das Motto des Konzepts, mit dem die Stadt einen Perspektivenwechsel in ihrer Integrationspolitik einleiten will (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 9ff.). Steven Vertovec war zusammen mit der Kulturanthropologin Regina Römhild für den wissenschaftlichen Teil des Entwurfs zuständig. Dieser „(…) soll die bisher konzipierte strukturelle Geschlossenheit, Homogenität und Individuierbarkeit von Kulturen, die noch in der Frankfurter Integrationsstudie aus dem Jahr 2008 bestimmend war (…)“ überwinden (West 2014b: 302). Denn eine Betrachtungsweise, bei der die Vielfalt an den nationalen und ethnischen Grobkategorien festgemacht wird, überdeckt die kulturellen und sozialen Überschneidungen zwischen den Nationalitäten und wird der tatsächlichen Vielfalt in Frankfurt am Main nicht gerecht (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 37). Steven Vertovec hat gemeinsam mit Kollegen des Max-Plack-Instituts die Gegebenheiten der Mainmetropole genauer untersucht und dabei festgestellt, dass die Stadt eine dynamische Vielfalt gesellschaftlicher Realitäten aufweist, die bereits in seiner Londoner-Studie als Merkmale der „new migration“ (Vertovec 2007: 1028) identifiziert wurden. Frankfurt fungiert als internationaler Wirtschaftsstandort mit einer hochmobilen Bevölkerung und kann als Europas wichtigster urbaner Kreuzungspunkt kultureller und ökonomischer Globalisierung betrachtet werde. Die Stadt blickt auf eine lange Tradition als Handelsstadt zurück und verfügt über stark miteinander verwobene Infrastrukturen im Finanz-, Transport- und Geschäftswesen (vgl. Fenzel 2013: 20; Römhild/Vertovec 2009: 30ff.,). Obwohl Frankfurt am Main mit 716 277 Menschen (Stand: Juni 2015) eine vergleichsweise geringe Einwohnerzahl aufweist, handele es sich – so stellt Vertovec bei seinen Untersuchungen fest – um eine „Stadt der Superlative“, die als einzige Stadt in Deutschland mit Weltstädten wie London, New York und Tokio mithalten könne (vgl. Fenzel 2013: 20; Statistisches Jahrbuch Frankfurt am Main 2015). Frankfurt gehört zu den Global Cities. Diesen komme nach Meinung des Sozialanthropologen nicht nur die Rolle als „Synapsen der globalen Wirtschaft“ (Fenzel 2013: 20) zu, vielmehr weisen Global Cities auch hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Struktur bemerkenswerte Parallelen auf: alle verbindet eine stark international geprägte Bevölkerung. Betrachtet man die Bevölkerung in Frankfurt, weisen 40 Prozent der Bürger entweder eigene Migrationserfahrung oder einen familiären Einwanderungshintergrund auf (vgl. ebd.). Im Jahr 2014 lebten in Frankfurt 196577 Ausländer, was einem Anteil von 27,7 Prozent entspricht (vgl. Statistisches Jahrbuch Frankfurt am Main 2015). Die Herkunftsländer der Zuwanderer sind dabei genauso divers wie in anderen Global Cities: Mit 176 verschiedenen Nationen, die Vertovec im Rahmen seiner Untersuchungen identifiziert hat, zählt Frankfurt fast genauso viele wie die Stadt London und ist damit Deutschlands internationalste Stadt (vgl. Fenzel 2013: 20f.). Aber auch ein weiterer, bereits in London beobachteter Trend macht sich bemerkbar: Zwar stellen die Herkunftsländer der ehemaligen Gastarbeiter – vor allem die Türkei und Italien –immer noch die größten Einwanderungsgruppen dar, doch ihre Anteile an den in Frankfurt lebenden Ausländern nehmen ab (vgl. Fenzel 2013: 21). Der Anteil der Einwohner mit einer italienischen Staatsangehörigkeit ist von 8,15 Prozent im Jahr 2008 auf 7,4 Prozent im Jahr 2014 gesunken, der Anteil der türkischstämmigen Bevölkerung sinkt sogar von 18,5 Prozent im Jahr 2008 auf 13,8 Prozent im Jahr 2014 (vgl. Statistisches Jahrbuch Frankfurt am Main 2015: 27). Diese Veränderungen sind darauf zurückzuführen, dass die Zahl neuer Einwanderer von kleinen bis kleinsten Gruppen aus aller Welt, vor allem aus vielen afrikanischen und asiatischen Ländern, zunimmt (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 41). Darüber hinaus hat die EU-Erweiterung im Jahr 2007 zu einem verstärkten Anstieg von Personen aus Südosteuropa geführt. Während im Jahr 2008 nur 1,39 Prozent der Einwohner eine bulgarische Staatsangehörigkeit aufwiesen, stieg dieser Anteil auf 3,5 Prozent im Jahr 2014. Der Anteil von Personen aus Rumänien verdreifachte sich sogar von 1,5 Prozent im Jahr 2008 auf 4,6 Prozent im Jahr 2014. Damit stellt die rumänische Bevölkerung – nach der Türkei, Italien, Kroatien und Polen – die fünftgrößte Einwanderungsgruppe dar (vgl. Statistisches Jahrbuch Frankfurt am Main 2015: 27). Gerade die soziale und ethnische Diversität der Zuwanderer aus den EU-2-Staaten ist ein guter Beleg für die interne Heterogenität der Einwanderungsgruppen (vgl. Kurtenbach 2014: 66). Insgesamt lässt sich die zunehmende Vielfalt von Herkunftsländern in Frankfurt schon seit 1999 beobachten (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 41).

Auch eine weitere im Rahmen der London-Studie thematisierte Variable spielt für die Diversifizierung von Vielfalt in der Mainmetropole eine Rolle: die Migrationspfade. Vertovec konnte feststellen, dass sich in Frankfurt alle möglichen Migrationspfade aufzeigen. Die Zuwanderer kommen als Saison- und Pflegekräfte, als Bildungsmigranten mit Studentenvisa und Stipendien, als Fach- und Führungskräfte, als Flüchtlinge und Asylbewerber und als Ehepartner und Familienangehörige. Dabei unterscheiden sich Migranten desselben Herkunftslandes häufig hinsichtlich ihres Migrationsweges. Zurückzuführen ist dieser Aspekt der Vielfalt auf Frankfurts Rolle als europäisches Finanz- und Dienstleitungszentrum. Der ökonomische Erfolg der Stadt ist eng mit Mobilität und Einwanderung verknüpft. Dabei bietet Frankfurt nicht nur hochqualifizierten Migranten in multinationalen und ausländischen Unternehmen, sondern auch in weiteren verknüpften Dienstleitungen und Branchen Arbeitsplätze an (vgl. Fenzel 2013: 22). Doch die Vielfalt der Frankfurter Einwanderungslandschaft wird auch an weiteren Merkmalen deutlich. Die Gruppen aus den einzelnen Herkunftsländern sind auch im Hinblick auf das Alter, die Geschlechts- und Sichtzugehörigkeit sowie die Schulbildung und beruflichen Qualifikationen intern und extern stark heterogen. Ein Umstand, der nicht zuletzt aus den verschiedenen Migrationspfaden resultiert (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 43).

So verschieden wie die Herkunftsländer, die Migrationswege und die damit verbundenen Motive der Zuwanderer, so verschieden sind auch ihre Bedürfnisse hinsichtlich des gewünschten Kontakts mit anderen und mit öffentlichen Einrichtungen. Häufig, so stellt der Sozialanthropologe fest, ließen sich bei Menschen die zwar eine andere Herkunft aber den gleichen Migrationskanal aufweisen, mehr Gemeinsamkeiten finden, als dies zwischen Migranten derselben Nationalität der Fall sei. Dies unterstreiche die Tatsache, dass der Fokus auf nationale Herkunftsgruppen wichtige soziale Unterschiede innerhalb der Gruppen verdeckt und dass sich sowohl politische Maßnahmen als auch öffentliche Angebote für Mitglieder derselben Einwanderungsgruppe nicht in derselben Weise eignen (vgl. Fenzel 2013: 22; Römhild/Vertovec 2009: 43).

Als weiteres „Schlüsselmerkmal der Frankfurter Supervielfalt“ (Fenzel 2013: 23) stellen Vertovec und Römhild die extremen Unterschiede im Rechtsstatus der Zuwanderer heraus sowie die sehr großen Gegensätze der sozialen Lagen. So zeige die Gesamtverteilung der Rechtsstatus der in Frankfurt lebenden Menschen mit ausländischem Pass eine hochgradig komplizierte Landschaft von Rechten und Einschränkungen. Noch komplexer stellt sich die Situation dar, wenn der Rechtsstatus mit dem Herkunftsland korreliert wird: Innerhalb der meisten Einwanderungsgruppen finden sich Menschen mit unterschiedlichstem Rechtsstatus. Selbst innerhalb einzelner Familien treten Unterschiede auf. Diese Dimension der Supervielfalt manifestiert in besonderer Weise, dass konventionelle Integrationsmaßnahmen, die häufig auf dauerhafte Niederlassungen ausgerichtet sind, die prekären, temporären und mobilen Umstände, mit denen viele Migranten konfrontiert sind, ignorieren (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 43ff.). Die Anthropologen plädieren daher für ein verstärktes Engagement der Kommunen insbesondere für die sozial schwächsten Einwanderer. Denn ein illegaler oder ungeregelter Rechtsstatus hat – so stellen sie fest – einen enormen Einfluss auf den Zugang zum Arbeits- und Wohnungsmarkt, den Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen sowie den Zugang zu weiteren öffentliche Dienstleistungen, nicht zuletzt aber auch auf die persönliche Einstellung zur Einwanderungsgesellschaft und die Bindung der Einwanderer zu ihrem Herkunftsort (vgl. Fenzel 2013: 23).

Diese Bindung, die als transnationale Orientierung zu interpretieren ist und somit nach Pries (2010) eine wichtige Form der Internationalisierung von Vergesellschaftung im 21. Jahrhundert darstellt, scheint in Frankfurt ebenso wie in anderen Global Cities zuzunehmen (vgl. Fenzel 2013: 24). Entgegen der Befürchtung, dass eine solche transnationale Orientierung aus einem mangelnden Zugehörigkeitsgefühl und einer mangelnden Loyalität zur Einwanderungsgesellschaft resultiert, wird sie von Vertovec als Chance bewertet. Unterstützt durch sinkende Reisekosten, billige Auslandstarife der Telefongesellschaften und das Internet, zeige das Leben in spätmodernen Gesellschaften generell – und eben nicht nur bei Migranten – eine Zunahme grenzüberschreitender Interaktionsprozesse (vgl. ebd.). Dieser Transnationalismus ist zwar eine weitere Dimension von Supervielfalt in Frankfurt aber laut Vertovec kein Grund für verstärkte Integrationsmaßnahmen, deren Ziel es ist, Migranten kulturell und sozial stärker auf ihre neue Heimat festzulegen (Fenzel 2013: 24).

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Untersuchung bezieht sich auf die räumliche Verteilung der komplexen Supervielfalt im gesamten Stadtraum. Die Analysen zeigen, dass diese nicht konzentriert nur in den klassischen Einwanderervierteln auftritt, sondern in der Stadt weit verbreitet ist. Diese Befunde widersprechen laut Vertovec der Befürchtung von sich entwickelnden Parallelgesellschaften und weisen stattdessen auf eine hochgradig differenzierte, gemischte und plurale Stadtgesellschaft hin (vgl. Fenzel 2013: 23, Römhild/Vertovec 2009: 23). Weiterhin unterstreicht diese Erkenntnis die Notwendigkeit einer Differenzierung: „(..) je nachdem, ob zwischen Ausländern und Deutschen mit Migrationshintergrund oder zwischen Menschen mit oder ohne Migrationserfahrung unterschieden wurde, zeigten sich Unterschiede im Siedlungsverhalten“ (ebd.). Demnach ziehen Menschen mit tatsächlicher Migrationserfahrung verstärkt in den Stadtteil Gallus oder in das Bahnhofsviertel, während Deutsche mit Migrationshintergrund vor allem in nordwestliche Bezirke und bevölkerungsreiche Stadtbezirke des nördlichen Stadtgebiets sowie in Stadtteile wie Griesheim ziehen (vgl. Fenzel 2013: 23f.).

Angesichts dieser sich in Frankfurt am Main abzeichnenden Vielfalt wird deutlich, dass ein Integrationskonzept, dass sich lediglich an nationalen und ethnischen Kategorien orientiert, zu kurz greift. Römhild und Vertovec stellen fest, dass „eine alltags- und realitätsnahe Integrationspolitik (…) „Supervielfalt“ und die sich daraus entwickelnden neuen sozialen und kulturellen Konstellationen in der Stadtgesellschaft angemessen berücksichtigen [muss]“ (Römhild/Vertovec 2009: 41), um ihr Ziel – die Partizipation und Teilhabe aller in Frankfurt lebenden Menschen zu verbessern – zu erreichen. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse der Max-Planck-Forscher wurde daher ein Integrations- und Diversitätskonzept entwickelt, dem ein „neues, erweitertes Verständnis von Integration“ (Römhild/Vertovec 2009: 21) zugrunde liegt. Zu den wesentlichen Handlungsfeldern des neuen Konzepts gehört die Vermittlung und Verbindung von zwei bisher eher getrennt betrachteten Sphären urbaner Vielfalt und Mobilität, der Sphäre der transnationalen Wirtschaftsmetropole einerseits und der Sphäre der transnationalen Einwanderungsstadt andererseits. Weiterhin sieht der Entwurf des Integrations- und Diversitätskonzepts vor, die soziale, kulturelle und sprachliche Vielfalt innerhalb der Stadtgesellschaft zu fördern und zu nutzen und sie zugleich als grundlegende Ressource einer weltstädtischen und kosmopolitischen Entwicklung heranzuziehen. Ferner richtet sich das neue Konzept nicht nur an die neu ankommenden und die schon ansässigen Einwanderer, sondern an alle Bürger Frankfurts. Es involviert somit Deutsche mit und ohne Migrationshintergrund genauso wie Menschen mit ausländischem Pass (vgl. ebd.). Diese sollen miteinander in Dialog gebracht und über gemeinsame Interessen Schranken abgebaut werden. Konkret werden an dieser Stelle die Vorschläge formuliert, übergreifende Themen, die alle Milieus betreffen, zur Diskussion zu stellen und das Engagement somit herauszufordern. Denkbar seien hierbei Initiativen, die von lokalem, allgemeinem Interesse sind, wie etwa die Gründung von Gemeinde- und Jugendzentren, die Organisation von Straßenfesten, Unternehmungen mit Kindern, die Veranstaltung von Flohmärkten und das gegenseitige Weitergeben von Wissen oder speziellen Fertigkeiten. Auch die Förderungen sozialer Verbindungen auf Nachbarschaftsebene gehören zu den genannten Vorschlägen. Die Frankfurter Initiative der „Interkulturellen Gärten“ wird hierbei als gelungenes Beispiel genannt. Ziel ist es, dass die Kontakte und Interaktionen ethnische und religiöse Grenzen ebenso wie gesetzliche Einschränkungen überwinden (vgl. Fenzel 2013: 24). Zu weiteren im Konzept vorgesehen Handlungsfeldern gehört die Abkehr von Analysen, die entlang der konventionellen Kategorien von ethnischen Einwanderergruppen differenzieren und letztere einer deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüberstellen. Stattdessen dominiert die Vorstellung von dynamischen, sich überkreuzenden und ausdifferenzierten Milieus. Darüber hinaus distanziert sich der Entwurf von einem Modell, das in erster Linie Anpassungsleistungen von Migranten an scheinbar fixierte nationale, sprachliche und kulturelle Standards erwartet und hebt hervor, dass die sich in Frankfurt abzeichnende Vielfalt vor allem auch aus Annäherungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen resultiert (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 21). Insgesamt, so lässt sich zusammenfassen, wird die komplexe Vielfalt im neuen Integrations- und Diversitätskonzept als Chance für Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Bürger begriffen und Integrationspolitik als eine Politik der Vernetzung dieser sozialen und kulturellen Vielfalt verstanden (vgl. Römhild/Vertovec 2009: 21).

Literatur

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Weitere Internetquellen:

https://www.mpg.de/451818/erforschung_gesellschaften_wissM27.

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